St. Sebastianus J�ger Corps D�sseldorf-Hamm

Rückblick

 

 

 

Schützenfest vom 03.09. bis 06.09.2016


Der Fackelzug am Samstagabend erfreut sich großer Beliebtheit bei Besuchern aus Nah und Fern und gilt als einer der Höhepunkte des Hammer Schützenfestes. Nach den Aufzeichnungen des Jägercorps hat der heutige Fackelzug seinen Ursprung aus der Begebenheit, dass in den Gründungsjahren das Schützenfest bei Anbruch der Dunkelheit mit dem großen Zapfenstreich eingeläutet wurde. Danach folgte mit Musik und Pechfackeln ein Umzug durch das Dorf.
Im Protokoll über das Schützenfest 1932 wurde erstmals berichtet, dass die originellen Transparente besonders schön waren. Im Protokoll des Jahres 1936 ist dann nachzulesen, dass auch unser Verein eine schöne Fackel gemacht hatte, die bei der Preisverteilung mit 2 Flaschen Cognac belohnt wurde. Das Jahr 1932 scheint somit der Auftakt für den Fackelzug in seiner heutigen Form gewesen zu sein. Im Protokoll des Jahres 1969 wurde erstmals genannt, dass 8 Tage vor Kirmes im Hause Leuchtenberg die erste größere Besichtigung einer Fackel stattfand, an der auch die Kameraden des Fanfarencorps teilnahmen. Nach den Angaben des damaligen Schriftführers Heinz Klaßen war allerdings außer einigen Figuren nur ein leerer Gestellrahmen zu sehen. Der Eier- und Bierkonsum soll trotzdem reichlich gewesen sein. Das war wohl die Geburtsstunde unseres heutigen Fackelrichtfestes. Angesichts der damaligen dürftigen Kulisse ist es verständlich, dass im Laufe der nachfolgenden Jahre die Besichtigung der Fackel auf den Freitag vor dem Schützenfest verschoben wurde. 

 

Am Freitagabend, dem 02.09.16, herrschte auf dem Hof des Hauses Leuchtenberg ein fröhliches, buntes Treiben. Viele waren erschienen, um einen Blick auf den fast fertigen Fackelwagen zu werfen. Die Musikkapelle Lothar Dreier und das Hammer Bundesfanfarencorps sorgten für die musikalische Unterhaltung. Auf einem großen Feuerrost gab es zur Stärkung leckere Schweinesteaks und gegrillte Würste. In seiner Ansprache lobte Vorsitzender Josef Andree die herzliche Gastfreundschaft der beiden Familien Leuchtenberg während der Fackelbauzeit und dankte allen Fackelbauern und den mitbeteiligten Personen für die gelungene, schwierige Umsetzung des Fackelthemas. Änni Leuchtenberg freute sich über das nachträgliche musikalische Geburtstagsständchen. 

 

Am späten Samstagnachmittag war der Hof des Hauses Leuchtenberg schon wieder im Mittelpunkt des Geschehens. Willi Leuchtenberg sen. hatte das Jägercorps aus Anlass seines 60. Jubiläums als Zugoffizier zu einem Umtrunk vor dem Fackelzug eingeladen. Gleichzeitig kam sein Enkel Daniel seiner Verpflichtung als Kompaniekönig nach und bewirtete die gesamte Jüko-Kompanie einschließlich der mitgebrachten Musikkapellen. Es war also ein mächtiger Auftrieb auf dem Hof. Heinz Henning als Vertreter des Zuges überreichte dem Jubilar Willi Leuchtenberg eine als Zugoffizier umkleidete Flasche mit trinkbarem Inhalt und Ehefrau Änni als Dank für ihre Unterstützung einen Blumenstrauß. Josef Andree gratulierte im Namen des Jägercorps zum außergewöhnlichen Jubiläum und verschob seine Dankesrede im Hinblick auf die Doppelveranstaltung auf den Montag. Das Tambourkorps Rheinklang Mündelheim hatte sich für den Jubilar etwas Besonderes einfallen lassen und extra Notenständer mitgebracht. Es wurde in eindrucksvoller Form das vor einigen Monaten in Mündelheim uraufgeführte englische Potpourri gespielt, für das es zu Recht viel Beifall gab. 

 

Es war ein prächtiger Anblick, als die Musikkapellen des Jägercorps und der Jüko gemeinsam zum Festzelt zur Aufstellung des Fackelzuges marschierten. Der warme Sommerabend lockte viele Besucher, die sich beim Fackelzug über abwechslungsreiche Fackelwagen amüsierten. Im Festzelt stand das Fackelpreiskomitee später vor der Herausforderung, die Reihenfolge festzulegen. Der Fackelwagen des Jägercorps errang einen hervorragenden 5. Platz, mit dem nicht alle gerechnet hatten. Unsere Fackelbauer haben einen fulminanten Endspurt und wieder eine starke Teamleistung hingelegt. Herzlichen Dank dafür. 

 

Am Sonntagmittag hatten der Spieß und der Hauptmann auf der Fährstraße alle Hände voll zu tun, um die Truppe zum Antreten mit der Totenehrung in Gang zu setzen. Kaum hatte sich das Bataillon mit der Einladung des Majors Rolf Schiefer zum Biwak in Bewegung gesetzt, prasselte ein sehr kurzer, aber heftiger Regenschauer auf die Formation ein. Mit angefeuchteten Uniformen wurde im Palais unseres Majors Platz genommen und dem Umtrunk mit Imbiss zugesprochen. Das Tambourkorps Rheinklang Mündelheim, die Musikkapelle ArDo und das Bundesfanfarencorps sorgten für den musikalischen Rahmen des Biwaks. Nach der Begrüßung der für eine kurze Visite erschienenen Majestäten und der Abordnung des Artilleriekorps Eckum sowie dem herzlichen Dank an die aufmerksamen Gastgeber Rolf und Ursula Schiefer wurden der neue Kompaniekönig Christopher Drenkard und die Pfänderschützen des Königsvogels geehrt und mit Orden dekoriert. Höhepunkt des Nachmittags war der große Festzug durch die mit Fahnen und Wimpeln geschmückten Straßen des Ortes mit der anschließenden Parade vor der Pfarrkirche. Bei Sonnenschein boten die Schützen mit ihren vielen Musikkapellen ein eindrucksvolles Bild. Für die kurze Verschnaufpause vor der Parade war die von Josef Hosten dirigierte Verpflegungsstation wieder bestens gerüstet. Der Abend drehte sich ganz um die Jugend. Die Ehrung des neuen Jungschützenkönigs Fabian Walterfang und seiner Königin Sabrina Schäfer sowie ein kleines Unterhaltungsprogramm standen hierbei im Mittelpunkt. 

 

Am Montagmittag hatte Hauptmann Willi Leuchtenberg bei seinem Biwak wieder ein Rundum-Sorglos-Paket angeboten. Musik, Umtrunk und Imbiss sowie Geselligkeit standen in reichlichem Maße zur Verfügung. Ein Dank an die Gastgeber Willi und Margret Leuchtenberg, die keine Mühen gescheut hatten. Vorsitzender Josef Andree holte dann die Laudatio über den Senior Willi Leuchtenberg nach, der in diesem Jahr sein 60. Dienstjubiläum als Zugoffizier feierte. Es sei ein einzigartiges Ereignis in der Geschichte der Hammer Bruderschaft, was sobald auch nicht mehr erlebt werden könne. Er schilderte dann den Beginn und den Verlauf einer herausragenden Schützenlaufbahn, die mit vielen hohen Auszeichnungen verbunden ist. Ehefrau Änni bezeichnete er abschließend als starke Frau an seiner Seite, die mit ihrer Mitarbeit und Unterstützung immer zur Stelle gewesen sei. Als Dank und Anerkennung für die große Einsatzbereitschaft überreichte er Willi und Änni Leuchtenberg als Geschenk des Jägercorps einen Gutschein für einen 3-tägigen Wellnessurlaub im Sauerländer Hof im Luftkurort Eslohe.

 

Der nachfolgende Festzug mit der Parade ist das Vorspiel für den abendlichen Königsschuss. Die Zuschauer hingen an den Lippen des Schießleiters, Major Heinz-Peter Tiepel, da sich Heinz-Josef van der Wingen aus der Garde Kompanie einen heißen Kampf mit dem Rumpf des Königsvogels lieferte. Im 4. Versuch klappte es endlich. Ob Nervosität oder technische Mängel an der Stange der Grund war, spielte letztlich keine Rolle, denn Hamm hatte einen neuen Schützenkönig. Sein Bruder und unser Vereinskamerad Hans-Peter van der Wingen sowie Gerd Reingen aus der Garde Kompanie werden ihm zur Seite stehen. Bei den Teilnehmern des Geleitschutzes zur königlichen Residenz lautete das Motto „Soweit die Füße tragen“. Bei einem Hin- und Rückweg von rund 2 km hatten zwar einige in Anbetracht der hochsommerlichen Temperaturen durchschwitzte Uniformen. Aber angesichts der Erfrischungsgetränke am Start und Ziel wurde die sportliche Herausforderung von allen bestanden. Mit der Ehrung und dem Ball der Kompaniekönigspaare wurde der Abend fortgesetzt. Mit funkelnden Wunderkerzen wurde unser Kompaniekönigspaar Christopher und Jenny Drenkard begleitet, die sich über ihren Auftritt und die Ehrung sichtlich freuten. Aber auch der ehemalige Kompaniekönig Günther Kutschki schrieb Geschichte, da er aufgrund seiner Doppelmitgliedschaft nunmehr auch als Ringsieger des Reitervereins in die Bücher der Bruderschaft eingeht. Das gleiche Kunststück hatte 5 Jahre zuvor auch sein Mitadjutant Peter Christochowitz geschafft. 

 

Der Dienstag war angefüllt mit dem feierlichen Schützenhochamt mit anschließender Kranzniederlegung, der Ehrung langjähriger Mitglieder, dem gemeinsamen Mittagessen der Schützen und der Frauen des Seniorenklubs sowie der Doppelparade am Nachmittag. Den Schlusspunkt des Schützenfestes setzte am Abend der festliche Krönungsball mit dem großen Zapfenstreich. Nach der Krönung trat das neue Regimentskönigspaar Heinz-Josef und Inge van der Wingen ins Rampenlicht und wurde von den Gästen mit viel Beifall zu ihrer Regentschaft beglückwünscht. Ihren ersten offiziellen Auftritt erlebten auch die neuen Brudermeisterpaare Gerd und Nicole Reingen sowie Hans-Peter und Mathilde van der Wingen, die sich locker und gut gelaunt dem Publikum präsentierten. 

 

Die Ehrung von einigen Jägerkameraden im Festzelt wurde nicht vergessen, sondern diesmal in einem eigenen Abschnitt zusammengefasst. Am Sonntagnachmittag hatte der Bezirksbundesmeister Karl-Wilhelm Hahnen im Gepäck für Robert Pottgüter das silberne Verdienstkreuz, für Günther Kutschki den hohen Bruderschaftsorden und für Hans-Peter Schnitzler das St. Sebastianus Ehrenkreuz. Am Dienstag vor dem Mittagessen wurden vom Chef Willi Andree geehrt und ausgezeichnet die Kameraden Eduard Kutschki für 25 Jahre Mitgliedschaft in der Bruderschaft, Josef Piel und Herbert Tomm für 50 Jahre Mitgliedschaft und Willi Küpper für 60 Jahre Mitgliedschaft. Beim Krönungsball wurde Peter Christochowitz vom Oberbürgermeister Thomas Geisel der Schützenorden der Stadt Düsseldorf verliehen. 

 

Das Jägercorps gratuliert an dieser Stelle allen während des Schützenfestes geehrten Kameraden zu ihren Auszeichnungen. Dem frisch ernannten Brudermeister Hans-Peter van der Wingen wünschen wir eine schöne und abwechslungsreiche Amtszeit. 

 

Das Rettichessen am Mittwoch genießt man am besten an einem schönen, warmen Sommerabend. So lockte die Einladung von Josef Andree über 50 Besucher in seinen Garten, die sich in dieser Umgebung wohlfühlten. Ehefrau Gerda und ihre Helferinnen hatten für die Gartenfreunde Genussvolles und Leckeres angerichtet. Das Bier war kühl und frisch gezapft. Der 2. Vorsitzende Herbert Tomm und der für einen Kurzbesuch erschienene Regimentskönig mit seinen Brudermeistern sparten nicht mit Lob und Dank. Mit diesem Bilderbuchsommerabend fand das Hammer Schützenfest seinen Ausklang.