St. Sebastianus J�ger Corps D�sseldorf-Hamm

1914 bis 1945

Das Schützenfest im Jahre 1914 konnte schon nicht mehr durchgeführt werden, denn der erste Weltkrieg begann am 01.08.1914 und endete mit dem Waffenstillstand am 11.11.1918.

Die kommenden Jahre waren gekennzeichnet durch politische Unruhen (Abdankung des Kaisers, Revolution 1918/19). Die Last der Reparationszahlungen ließ die deutsche Wirtschaft zusammenbrechen. Das Leben der Menschen war begleitet von Arbeitslosigkeit und Mangel an lebensnotwendigen Gütern. Vielleicht entstand deshalb wieder das Verlangen nach einem friedlichen Gemeinschaftsleben.

1919 fand zwar ein Schützenfest ohne Umzug in Form eines Preisschießens statt. Aber erst im Jahre 1920 wurde das Vereinsleben wieder aufgenommen und das Schützenfest mit der bis dahin größten Mitgliederzahl von 38 Aktiven gefeiert.

Am 11.01.1923 besetzten französische und belgische Truppen große Teile des Ruhrgebietes sowie rheinische Städte, um die im Versailler Vertrag festgelegten Sachleistungen einzufordern. Neben den Repressalien machte auch die Inflation den Menschen schwer zu schaffen. Der Wert der Mark sackte ins Bodenlose, bis am 20.11.1923 ein Dollar dem Wert von 4,2 Billionen (4.200.000.000.000) Mark entsprach. Die Inflation konnte erst mit der Einführung der Rentenmark und der Reichsmark am 30.08.1924 gestoppt werden. Diese Entwicklung lässt sich auch aus den Eintragungen im Kassenbuch nachvollziehen.

Ausgaben                            1913                                    671,04 Mark
Ausgaben                            1921                                 2.779,15 Mark
Ausgaben                            1922                               22.249,40 Mark
Ausgaben                            1924                                 1.065,05 Mark

Infolge der französischen Besatzung fanden 1923 und 1924 keine Schützenfeste statt. Das Jägercorps veranstaltete allerdings 1924 zur Kirmeszeit ein Preis- und Königsschießen.

Die nachfolgenden Jahre waren ausgefüllt mit regem Vereinsleben incl. Ausflügen. Höhepunkt war das 50-jährige Jubiläum im Jahre 1933. Aus diesem Anlass trat das Jägercorps Kirmessonntag nach der Gefallenenehrung zum Parademarsch und anschließendem Festzug mit sämtlichen passiven Mitgliedern durch das Dorf an. Nach Abhaltung eines Festessens im Vereinslokal Etzweiler schloss sich das Corps wieder dem Regiment an, um zur Parade zu marschieren. Im gesamten Jubiläumsjahr soll jedoch die schönste Feier das gemeinsam mit den Damen veranstaltete Festmahl am Silvesterabend gewesen sein.

1938 fand das letzte Schützenfest für die nächsten Jahre statt, denn am 01.09.1939 brach mit dem Überfall Hitlers auf Polen der zweite Weltkrieg aus. Das Protokollbuch wurde erst wieder mit den Eintragungen zum Schützenfest 1946/47 fortgesetzt.