St. Sebastianus J�ger Corps D�sseldorf-Hamm

Rückblick

Schützenfest vom 31.08. bis 03.09.2019
Das Schützenfest der St. Sebastianus Schützenbruderschaft vom 31.08. bis 03.09. war ein sehenswerter und unterhaltsamer Schwerpunkt im Rahmen der 625 Jahrfeier von Hamm. Den Auftakt zum Schützenfest machte am Freitagabend (30.08.) das Fackelrichtfest. Die Bänke und Stehtische im Hause Leuchtenberg waren besetzt und auch vor dem Hof gab es ein lebhaftes Treiben. Musikalisch begleitet und unterhalten wurden die Gäste von der dreizehnköpfigen Musikkapelle Lothar Dreier und vom mit 21 Musikern erschienenen Hammer Bundesfanfarencorps. Auch an Speisen und Getränken war kein Mangel. In einer Ansprache dankte Josef Andree den Gastgebern Willi und Margret Leuchtenberg für die Ausdauer und Geduld, die sie in den 3 Wochen Fackelbau bewiesen hätten. In diesem Jahr sei der Fackelbau in einem Motivationstief gewesen, daher gebühre den Kameraden, die sich dafür eingesetzt hätten, ein Lob.

Der Fackelzug am Samstagabend hatte nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Leider hatte das Wetter noch andere Pläne und sorgte zwischendurch für eine heftige Dusche. Nach einer viertelstündigen Unterbrechung konnte der Fackelzug aber zu Ende geführt werden. Bei der Fackelprämierung reichte es für die Fackel des Jägercorps nur zum 10. Platz. Das Motiv mit der Hamm als Schleichweg nutzenden Flotte der Amazon- und Flaschenpost-Lieferanten war gelungen, aber es fehlte an Beweglichkeit.

Am Sonntagmittag ließ der Spieß Ralf Haug das Bataillon vor dem Vereinslokal auf der Fährstraße Aufstellung nehmen. Nach den Begrüßungen durch den Hauptman Willi Leuchtenberg und den Major Rolf Schiefer sowie der Totenehrung und dem Einreihen der Fahnengruppe ging es ab zum Biwak beim Major. Dort lud wieder ein blumengeschmückter Hof zum Verweilen ein. Seit 40 Jahren unterstützen sie das Jägercorps beim Schützenfest an allen 4 Tagen und sorgen auch bei den Biwaks für gute Stimmung. Die Rede ist vom Tambourkorps Rheinklang Mündelheim. Angesichts dieser Beständigkeit und Verbundenheit war es für Josef Andree ein Zeichen der Anerkennung und der Wertschätzung dem Korpsführer Werner Brauweiler ein Dankesschreiben mit Inhalt sowie einen Geschenkkorb mit örtlichen Spezialitäten zu übergeben. Die für das Orchester ArDo und das Bundesfanfarencorps spielenden Musiker wurden ebenfalls freundlich begrüßt, sowie auch unsere Gäste, die Kanoniere aus Eckum. Josef Andree dankte den Gastgebern Rolf und Ursula Schiefer, die wieder eine bestens organisierte Wohlfühlatmosphäre geschaffen hatten. Dann waren die Pfänderschützen des Kompanieschießens an der Reihe und bekamen ihre Orden verliehen. Kompaniekönig Rolf Wittbusch durfte sich die Königskette umhängen lassen. Vorgestellt wurde auch Matthias Kollenbroich, der von seinen Zugkameraden mit einer neuen Zugführerkette ausstaffiert wurde. Auf dem Weg der Schützen zur Abnahme des Regiments durch das Regimentskönigspaar, den Vorstand und die Ehrengäste wurde das Wetter wieder freundlicher und die Sonne zeigte sich. Unser Blumenhorn wurde abwechselnd von Mitgliedern des 45-Zuges getragen. Beim Wechseln des Blumenhorns während des Umzugs verspürte der neue Träger Christian Konen plötzlich eine ungewohnte Leichtigkeit. Denn er hielt nur noch 90 % des Prachtstückes in den Händen, da der schwergewichtige obere Rand mit den gesteckten Blumen abgebrochen war und sich auf der Straße verteilte.
Da das Jägercorps in der Zugfolge erst an vorletzter Stelle an der Reihe ist, entsteht zwischen Abnahme und der nachfolgenden Parade eine längere Wartezeit, die auf dem Hof von Heinrich und Marion Tappertzhofen überbrückt wird. Da die beiden nunmehr zum dritten Mal den Jägertross mit Getränken und Mini Rodons versorgten, erklärte Josef Andree diese Rastpause zum unverzichtbaren Brauchtum und dankte herzlich für die Gastfreundschaft.
Sie brauchen sich nicht mehr um ihr Fortbestehen fürchten. Stattdessen präsentierte das Sappeur Corps am Sonntagabend stolz ihren Kameraden Christian Becker, der zusammen mit seiner Schwester Stefanie zum neuen Jungschützenkönigspaar gekrönt wurde.

Für das Biwak am Montagmittag hatte sich Hauptmann Willi Leuchtenberg etwas Neues einfallen lassen. Mit Orchesterleiter Uwe Dominick (ArDo) am Keyboard, einer Sängerin und einem Sänger wurde den Schützenkameraden überwiegend leichtere Kost in Form von populärer Schlagermusik geboten. Hierbei konnte sich auch ein Musiker des Orchesters ArDo als Saxophonist profilieren. Einige Traditionsmärsche hatten die 3 Musikkapellen aber auch im Gepäck. Die Stimmungslage auf diese Veränderung war unterschiedlich. Den einen gefiel es und die anderen waren der Meinung, dass beim Schützenbiwak die Marschmusik im Mittelpunkt stehen muss. Josef Andree bedankte sich bei den Gastgebern Willi und Margret Leuchtenberg und gratulierte Änni Leuchtenberg nachträglich zum Geburtstag am Samstag. Ferner konnte er im Rahmen des Biwaks den als Gast eingeladenen Präses Pfarrer Haupt sowie den zu einem Kurzbesuch vorbeigekommenen Regimentskönig mit seinen beiden Brudermeistern begrüßen. Die musikalische Neuerung mit der dreiköpfigen Band hatte zum Schluss ungeahnte Folgen und brachte alle Anwesenden zum Staunen und Lachen. Zunächst konnte sich keiner einen Vers darauf machen, als Hauptmann Willi eine Folie auf den Boden legte. Dann ertönte jedoch das legendäre Ruderlied „Aloha heja he“. Zunächst setzten sich einige Kameraden des Tambourcorps mit Hauptmann Willi vorne weg auf den Boden. Dann griffen immer mehr Leute zum Riemen. Die Kameraden des Fanfarencorps knieten an der Seite und gaben mit ihren Instrumenten in der Hand  die Ruderkommandos vor und zurück. Die Begeisterung kannte keine Grenzen, als in der Altersklasse 80+ die Seniorin Änni Leuchtenberg sich von der ausgelassenen Stimmung anstecken ließ und ebenfalls eine sehr sportliche Rudereinlage zeigte. Für Hauptmann Willi hatte die Rudereinlage allerdings noch Nachwehen. Er hatte beim Trockenrudern wohl auf etwas Scharfkantigem gesessen und sich das Gesäß aufgeritzt. Danach plagte er sich für einige Zeit mit Sitzbeschwerden. Nach Festzug und Parade galt es am Abend ab 18.30 Uhr einen Nachfolger für den bisherigen Regimentskönig zu finden. Es verstrich allerdings ungefähr eine dreiviertel Stunde bis endlich geböllert wurde. Hamm hatte wieder einen neuen Schützenkönig. Stefan Leuchten, seines Zeichens Adjutant im berittenen Bruderschaftsvorstand und Mitglied der Hubertus Kompanie, hatte das Warten mit seinem Schuss beendet und wird die Bruderschaft für ein Jahr repräsentieren. An seiner Seite stehen als Brudermeister Matthias Andree aus der Jüko und Sebastian Terhorst als Vereinskamerad aus der Hubertus Kompanie. Am weiteren Abend startete der Ball der Kompaniekönigspaare, die vom 1. Chef Willi Andree alle namentlich vorgestellt und ausgezeichnet wurden. Unser Kompaniekönigspaar Rolf und Helmi Wittbusch nahm auf dem langen Weg zum Thron fröhlich und entspannt den Jubel der anwesenden Jägerfamilie entgegen.

Der Dienstag begann mit dem Schützenhochamt, der Kranzniederlegung am Ehrenmal und dem gemeinsamen Essen aller Schützen im Festzelt, zu dem auch der Hammer Seniorenclub eingeladen war. Vor dem Essen wurden zahlreiche Mitgliedsjubilare der Bruderschaft aufgerufen und nach vorne auf den Thron gebeten. Die Reden zum 25-jährigen Jubiläum wurden vom 2. Chef Andreas Küpper gehalten, während der 1. Chef Willi Andree zu den Kameraden mit einer noch längeren Zugehörigkeit eine Fülle von Informationen lieferte. Alle Jubilare wurden für ihre lange Mitgliedschaft und Treue zur Schützenbruderschaft ausgezeichnet und für ihren Einsatz zum Wohl des Schützenwesens gedankt. Aus dem Jägercorps waren folgende Kameraden zu verzeichnen, wobei einige aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein konnten: 25 Jahre - Rolf Wittbusch, 50 Jahre - Heinrich Kirchner, 60 Jahre - Peter Kaesgen und Heinz Klaßen, 65 Jahre - Hermann Peltzer, 70 Jahre - Jakob Burchartz und Hans Schmitz
Infolge der Kniebeschwerden von Zugführer Eduard Kutschki hatte Zugführer Willi Leuchtenberg sen. Zuwachs in seine Truppe bekommen. Mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung als Zugführer machte er den „Neulingen“ schnell klar, wer Chef im Ring ist. Was er jedoch nicht voraussehen konnte, ist die Gefährlichkeit des Kameraden „Üpper“ bei der Parade. Mit Beinen, die fast waagerecht in die Luft geschleudert werden, macht dieser raumgreifende Schritte, wobei der Kontakt zu seinen Mitmarschierer natürlich immer verloren geht. Am Dienstagnachmittag hatte sich das Jägercorps bei der 2. Parade entschieden, in einer langen Reihe hintereinander an den Königspaaren vorbei zu marschieren. Zugführer Willi hatte wie immer ordentliche Paradeschritte hingelegt und konnte sich daher das Gelächter der Zuschauer gar nicht erklären. Die Lösung des Rätsels war, dass Üpper als 2. Mann hinter dem Zugführer paradierte und den anfänglichen räumlichen Abstand zunehmend verringerte. Mit Spannung und großer Heiterkeit schauten die Zuschauer zu, wie Üpper zum Schluss mit seinem gewaltigen Schnapptritt nur noch zentimeterweise das Hinterteil von Zugführer Willi verfehlte. Aus eigener Anschauung wissen die Kameraden seines Zuges, dass der Gefahrenherd Üpper nur ausgeschaltet werden kann, wenn dieser bei der Parade auf die äußerste Position der 1. Reihe gestellt wird.
Auch in diesem Jahr bildete der Krönungsball im voll besetzten Festzelt den offiziellen Abschluss des Schützenfestes. Chef Willi Andree sorgte für einen reibungslosen Ablauf des Abends, der nach der Begrüßung mit einem exzellent gespielten Zapfenstreich begann. Zu Ehren des neuen Regimentskönigs Stefan Leuchten hatten die Hubertus-Schützen wieder den Musikverein Frohsinn aus Norf eingeladen, der zur Freude der Festgäste eine kleine Auswahl eingängiger Melodien erklingen ließ. Ratsherr Johannes Eßer war in Vertretung des in Japan weilenden Oberbürgermeisters Geisel zur Übergabe der Schützenorden der Stadt Düsseldorf erschienen. Er hatte bereits die Ausbildungsarbeit von Georg Kampes im Tambourcorps Just for fun gewürdigt und den Text der Urkunde vorgelesen. Dann lobte er das beträchtliche Engagement unseres Vereinskassierers Heinz-Josef Konen und wollte ebenfalls den Text der Urkunde vorlesen. Hierbei unterlief ihm ein Patzer, als er die falsche Urkunde griff und den Namen des 3. noch ausstehenden Schützenkameraden Herbert Busch vorlas. Damit war die Überraschung natürlich frühzeitig dahin. Er konnte jedoch die Situation einigermaßen überspielen. Das Tambourcorps Just for fun ließ es sich nicht nehmen, seinem Ausbilder Georg Kampes mit einem Ständchen zu gratulieren.
Die Verabschiedung des scheidenden Regimentskönigspaares und die Inthronisierung der neuen Majestäten wurden mit stehendem und lang anhaltendem Applaus begleitet. Dem neuen Regimentskönigspaar Stefan und Katharina Leuchten wird eine erlebnisreiche Zeit bevorstehen. Der Unterstützung durch ihre Brudermeisterpaare Matthias Andree und Carina Röckrath und Sebastian und Stefanie Terhorst sowie durch das gesamte Regiment können sie jedoch sicher sein. Die letzten Gäste verließen erst am frühen Morgen das Festzelt.

Am Tag danach hatte Alexander Tomm zum Rettichessen im Garten seiner Eltern eingeladen. Leider verschlechterte sich das Wetter zum Abend hin und es wurde regnerisch. Alexander hatte vorgesorgt und 2 offene Partyzelte aufgebaut.Über den Rettich sagte schon Pfarrer Kneipp: „So wie der Wirt die Lumpen herauswirft, wirkt der Rettich auf den Magen. Er ist ein echter Kaminputzer für den Unterleib“. Etwa 30 bis 35 Jäger waren erschienen, um diese wertvolle Naturmedizin zu genießen. Zum Rettichsalat und den Tomaten wurden noch Schwarzbrot und Leberwurst gereicht. Auch wenn es jetzt ein beherrschendes Thema ist, haben die Jäger mit ihrem Rettichessen schon immer die Umwelt geschont und auf lokale Lieferanten zurückgegriffen. Denn die Produkte wie Rettich und Tomaten werden seit vielen Jahren von der Familie van der Wingen kostenlos zur Verfügung stellt. Es ist an der Zeit, Hans-Peter für dieses Entgegenkommen einen Dank auszusprechen. Nach seiner Begrüßung dankte Josef Andree dem Gastgeber Alexander für die Einladung und insbesondere den Eltern Karin und Herbert für die tatkräftige Unterstützung. Danach ergab sich noch die Gelegenheit, den neuen Regimentskönig und die beiden Brudermeister in unserer Mitte willkommen zu heißen.
Als Fazit lässt sich festhalten, dass es trotz des Wetters wieder ein unterhaltsamer Abend in großer Runde mit vielen Gesprächen war.